Freitag, 20. Februar 2015

Rezension: Beim Leben meiner Schwester

Titel: Beim Leben meiner Schwester
Autor: Jodi Picoult
Preis: 10,99€
Verlag: Piper
Seitenzahl:  480
 
 
 
Anna Fitzgerald wurde nur gezeugt um ihrer älteren, leukämiekranken Schwester Kate Thrombozyten, Stammzellen und Knochenmark zu spenden. Sie dient als lebendes Ersatzteillager, ohne sie wäre ihre Schwester schon längst tot.
Als Anna Kate mit dreizehn ihrer Schwester eine Niere spenden soll, streikt sie. Da sie noch nicht 18 ist, sucht sie sich einen Anwalt und klagt vor Gericht gegen ihre Eltern.
 
 
Meine Meinung:
 
Ich fing an, das Buch zu lesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen, weil Jodi Picoults Schreibstil so fesselnd und trotz der schwierigen Thematik leicht ist.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und mit Rückblenden erzählt. Das ist zwar manchmal ein bisschen verwirrend, aber man kennt Kates Krankengeschichte von Anfang an, kann sich gut in jeden einzelnen Charakter hineinversetzen und bekommt einen kleinen Einblick davon, wie schwierig es sein muss, wenn man ein krebskrankes Kind hat und wie sehr diese Situation die Familie belastet.  Jeder einzelne Person der Fitzgeralds ist von Kates Schicksal betroffen. Ich muss zugeben, dass ich auf Sara, die Mutter, oft sehr, sehr wütend war und ich mich gefragt habe, wie man mit seinen eigenen Kindern so umgehen kann. Sie versucht kein bisschen sich in Anna hineinzuversetzen, nein, sie ist nur sauer auf sie, dass sie aufhören möchte ihrer Schwester Körperteile zu spenden. Es scheint als würde sie nur Kate lieben, und alles dafür geben, dass sie wieder gesund wird, koste es was es wolle. Dann ist da auch noch Jesse, der ältere Bruder, der Verhaltensauffälligkeiten zeigt, um ihn kümmert sich keiner. Für ihn muss die Situation auch sehr schlimm sein, da die Krankheit bei seiner Schwester entdeckt wurde, als er noch ein kleiner Junge war. Von diesem Zeitpunkt an spielt er in der Familie die Nebenrolle, seine Eltern sind nur noch für Kate da.
Ein Charakter den ich sehr sympathisch fand, war Brian, der Vater von Jesse, Anna und Kate. Er ist der einzige, der sich auch mal um seine "nicht kranken" Kinder kümmert und Anna wenigstens ansatzweise versteht. 
Anna muss sich tagtäglich mit dem Schicksal ihrer Schwester auseinandersetzen. Ohne sie wäre ihre Schwester schon längst tot. Ich finde es so mutig von ihr, dass sie sich entschließt ihr eigenes Leben leben zu wollen, ausnahmsweise mal ohne Rücksicht auf ihre Schwester zu nehmen.
Das Ende des Buches war sehr überraschend, aber perfekt, auch wenn es seeeehr traurig war.
Mich hat die Idee der Geschichte sehr beeindruckt. Würden sich Eltern wirklich ein Retortenbaby machen lassen, "nur" um ein anderes Kind zu retten, ohne sich um die Psyche des "neuen Kindes" Gedanken zu machen? Ist das neue Leben ein "normales" Leben? Ein "normaler" Mensch? Wird eine Person, die nur zum "Erntezweck" gezeugt wurde, jemals ein normales Leben führen können? Ist das ethisch vertretbar? All diese Fragen stellt man sich beim Lesen.
Das Cover finde ich leider gar nicht schön, und überhaupt nicht ansprechend. Ein so tolles Buch hätte ein viel schöneres Cover verdient!
Mein Fazit: Ein wunderschönes Buch, das zum Nachdenken anregt. Jeder sollte es gelesen haben!
Vielen, vielen Dank an Piper für das Rezensionsexemplar!
 
LG, Anto ♥

Kommentare:

  1. Du hast mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht und es kommt sofort auf meine Wunschliste :)
    Das Thema finde ich auch echt schwierig. Irgendwie kann ich so ganz ganz leicht nachvollziehen, dass sie gezeugt wurde, wenn das der einzige Weg ist. Andererseits sollte ein Kind natürlich auch immer aus Liebe gezeugt werden. Und vor allem sollte man alle seine Kinder gleich lieben und versuchen seine Aufmerksamkeit gerecht zu verteilen. Aber im Grunde...was weiß ich schon vom Leben mit einem krebskrankem Kind...Mein Sohn ist Gott sei Dank bis auf kleine Wehwechen gesund. Wie man im Endeffekt selbst reagieren würde, das kann man ja gar nicht wissen.
    Auf jeden Fall eine Geschichte, die die Gedanken kreisen lässt :)

    LG
    Anika

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Freut mich, dass ich dich neugierig gemacht habe :) Das Buch ist wirklich unheimlich toll!
      Ja, Gedanken lässt diese Geschichte echt kreisen. Würde mich echt freuen, wenn du das Buch auch lesen würdest!
      LG, Anto♥

      Löschen
  2. Diese Rezi ist dir wirklich gelungen und das Buch scheint auch sehr interessant zu sein. Das schaue ich mir auf jeden fall genauer an.
    Deine anderen rezis sind wirklih interessant und sehr ausführlich. Da bin ich gleich mal Leser geworden.

    Vlt schaust du ja auch mal bei mir vorbei :D
    Mandy von http://life-in-a-big-world.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  3. Hey

    ich habe den Film gestern erst wieder mal gesehen:)
    Mit deiner Rezi hast du mich jetzt aber sehr neugierig auf das Buch gemacht und darum steht es jetzt auf meiner WL

    LG Sophie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Film ist im vergleich zum Buch sooo schlecht!
      Lies auf jeden Fall das Buch! :)

      Löschen
  4. hey, einen wundervollen Blog hast du :)

    ich habe gerade einen neuen Blog gestartet, vielleicht schaust du mal rein und er gefällt dir :*

    Liebste Grüße J.
    www.missrosepale.blogspot.de

    AntwortenLöschen
  5. Das Buch ist soeben auf meine WULi gewandert :) Kennst du von ihr das Buch "Mein Herz zwischen den Zeilen" ? DAS ist so MEGA schön !! <3

    glg
    Christl

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, das kenne ich nicht :)

      Liebe Grüße zurück! ;)

      Löschen